Zu einer Webseite gehört zwingend die passende Domain – erst sie macht die Seite überhaupt erreichbar. Niemandem ist zuzumuten, sich eine IP-Adresse zu merken, um eine Seite aufzurufen. Eine gut gewählte Domain gehört deshalb zum guten Ton im Internet. Und weil sich die meisten Betreiber über Besucher freuen, sollte man es ihnen leicht machen: Je einprägsamer die Adresse, desto eher kommen Besucher wieder – und desto eher landen sogar Menschen auf der Seite, die gar nicht gezielt gesucht haben.
Wie funktioniert der Domainkauf?
Überlegen Sie zuerst gründlich, welche Adresse Sie haben möchten. Der Name sollte zum Inhalt passen und möglichst kurz sein. Kurze Adressen merkt man sich leichter, tippt sie schneller und macht dabei weniger Fehler. Die Faustregel lautet: kurz, knapp und präzise.
Leider sind Sie nicht der Erste mit diesem Wunsch. Die besten Adressen – kurz und thematisch passend – sind oft längst vergeben. Wer eine solche Premium-Domain unbedingt will, muss tief in die Tasche greifen; bei besonders begehrten Adressen werden sogar sechs- bis siebenstellige Beträge gehandelt. Günstiger geht es mit einem kleinen Kniff: Eine Zahl oder ein zusätzliches Wort macht die Adresse individueller – und mit etwas Glück ist sie noch frei.
In wenigen Schritten zur eigenen Domain
- 1
Namen festlegen
Kurz, sprechend, zum Inhalt passend – idealerweise mit .de-Endung.
- 2
Verfügbarkeit prüfen
Per Domain-Check feststellen, ob die Adresse noch frei ist.
- 3
In den Warenkorb
Bei einem Webhoster die Domain auswählen und bestellen.
- 4
Mit Webspace verbinden
Der Anbieter verknüpft Domain und Speicherplatz – meist in wenigen Stunden.
Sinnvolle Extras beim Kauf
Je nach Vorhaben lohnen sich Zusatzleistungen. Wer einen Shop plant, sollte direkt ein SSL-Zertifikat mitbestellen. Es sorgt dafür, dass alle Kundendaten verschlüsselt übertragen werden – heute ohnehin Pflicht und ein wichtiges Vertrauenssignal. Die Bereitstellung dauert nicht länger als der eigentliche Domainkauf, sodass alles zeitnah einsatzbereit ist.
Ein weiteres mögliches Extra ist eine eigene, feste IP-Adresse. Zwingend nötig ist sie nicht, kann aber in einzelnen Konstellationen sinnvoll sein. Lassen Sie sich im Zweifel vom Support Ihres Anbieters beraten, welche Optionen wirklich zu Ihrem Projekt passen – und welche Sie sich getrost sparen können.
Was kostet eine Domain?
Der Preis hängt vor allem von der Endung ab. Eine .de-Domain liegt meist zwischen rund 20 Cent und 2 Euro im Monat – oft sogar als Bestandteil eines Hosting-Pakets. Teurer wird es bei exotischen Länderendungen oder wenn Sie eine bereits vergebene Wunschadresse übernehmen möchten. Dann richtet sich der Preis nicht nach einer festen Liste, sondern nach Ihrem Verhandlungsgeschick.
Vertragslaufzeit und laufende Kosten
Eine Domain kauft man streng genommen nicht für immer, sondern mietet das Nutzungsrecht für einen festgelegten Zeitraum. Bei den meisten Endungen wird jährlich abgerechnet, häufig verbunden mit einer automatischen Verlängerung. Solange Sie die Gebühr begleichen, bleibt die Adresse Ihnen zugeordnet. Wer kündigt oder die Verlängerung versäumt, verliert das Nutzungsrecht – und die Adresse kann nach einer Übergangsfrist von jemand anderem registriert werden. Prüfen Sie deshalb vor dem Kauf, ob die Verlängerung automatisch erfolgt und welche Frist für eine Kündigung gilt.
Achten Sie außerdem auf vermeintliche Lockangebote. Manche Anbieter werben mit einem sehr niedrigen Preis für das erste Jahr, verlangen ab dem zweiten Jahr aber deutlich mehr. Ein ehrlicher Vergleich bezieht daher immer den regulären Folgepreis ein, nicht nur den Einführungsrabatt. Seriöse Anbieter weisen beide Beträge transparent aus.
Eine bestehende Domain übernehmen
Wenn Ihre Wunschadresse bereits vergeben ist, sie aber zum Verkauf steht, läuft der Erwerb meist über einen Transfer. Dafür benötigen Sie vom bisherigen Inhaber einen sogenannten Auth-Code (auch Authinfo genannt) – eine Art Passwort, das den Umzug der Domain zu Ihrem Anbieter autorisiert. Der bisherige Halter gibt die Domain frei, Sie starten den Transfer beim neuen Anbieter und geben den Code ein. Bei einer .de-Domain ist der Wechsel in der Regel innerhalb weniger Tage abgeschlossen, ohne dass die Erreichbarkeit der Seite leidet.
Umlaute, Sonderzeichen und mehrere Endungen
Seit einigen Jahren sind auch Domains mit Umlauten möglich – etwa „müller-baeckerei.de". Technisch werden solche IDN-Domains (Internationalized Domain Names) im Hintergrund in eine reine ASCII-Form umgewandelt. Für regionale Betriebe können sie sich lohnen, weil sie der natürlichen Schreibweise entsprechen. Es empfiehlt sich jedoch, parallel die Variante ohne Umlaut (etwa mit „ae", „oe", „ue") zu sichern, damit niemand über die zweite Schreibweise stolpert oder sie sich für sich beansprucht.
Wer eine Marke aufbaut, sichert sich häufig mehrere Endungen gleichzeitig – neben der .de-Adresse zum Beispiel .com oder .net. So vermeiden Sie, dass Dritte unter einer ähnlichen Adresse auftreten und Ihre Besucher abfangen. Für ein kleines, rein lokales Projekt reicht dagegen meist eine einzige passende Adresse völlig aus; mehr zu kaufen verursacht nur unnötige Kosten.
Typische Fehler beim Domainkauf
Der häufigste Fehler ist eine zu komplizierte Adresse: viele Bindestriche, schwer zu buchstabierende Wörter oder Zahlen, die man leicht verwechselt (etwa „2" und „zwei"). Solche Adressen funktionieren am Telefon schlecht und führen zu Tippfehlern. Ein zweiter verbreiteter Fehler ist, allein auf den günstigsten Preis zu schielen und dabei Service und Zuverlässigkeit des Anbieters zu übersehen. Schließlich vergessen viele, rechtzeitig an die Verlängerung zu denken – eine versehentlich freigewordene Domain ist später oft nur noch teuer zurückzubekommen.
Checkliste: gute Domain
- Kurz und leicht merkbar
- Thematisch passend zum Inhalt
- Möglichst ohne (oder mit nur einem) Bindestrich
- Keine Verwechslungsgefahr mit Marken Dritter
- Bei lokalem Bezug: Ortsname integriert
- .de-Endung für deutsches Publikum bevorzugen
- Regulären Folgepreis (nicht nur Erstjahr) geprüft
- Bei Bedarf zweite Schreibweise mitgesichert
Fragen rund um den Domainkauf
Was ist ein Auth-Code?
Ein Auth-Code (Authinfo) ist eine Art Passwort, das den Umzug einer Domain zu einem anderen Anbieter autorisiert. Sie erhalten ihn vom bisherigen Inhaber oder Anbieter.
Was passiert, wenn ich die Verlängerung vergesse?
Die Domain wird zunächst deaktiviert und nach einer Übergangsfrist wieder zur Registrierung freigegeben. Dann kann sie jeder andere übernehmen. Achten Sie deshalb auf rechtzeitige Zahlung oder die automatische Verlängerung.
Brauche ich für jede Endung eine eigene Bestellung?
Im Grunde ja, jede Endung ist eine eigene Domain. Viele Anbieter erlauben es aber, mehrere Endungen in einem Schritt in den Warenkorb zu legen.
Kann ich eine bereits vergebene Domain bekommen?
Ja, indem Sie dem aktuellen Inhaber die Rechte abkaufen. Der Preis ist Verhandlungssache und kann stark schwanken.
Bin ich nach dem Kauf Eigentümer der Domain?
Streng genommen mieten Sie das Nutzungsrecht auf Zeit. Solange Sie verlängern, bleibt die Domain Ihnen zugeordnet.
Sollte ich mehrere Endungen sichern?
Bei einer Marke oft sinnvoll, um Verwechslungen und Trittbrettfahrer zu vermeiden. Für ein kleines Projekt reicht meist die .de-Adresse.